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Wenn man einmal die Büchse der Pandora geöffnet hat, III

Ich hatte ja schon zweimal hier im Blog darüber berichtet, dass das Automatikgetriebe an meinem T3 seit Neuestem nicht immer sauber schaltet. Im kalten Zustand schaltet es vom ersten in den zweiten Gang erst nach einigen 100 Metern Fahrt. Danach, im warmen Zustand, schaltet es dauerhaft ordentlich. Auch nach mehreren Stunden des Stehens schaltet das Getriebe immer noch ordentlich. Nur, wenn es die ganze Nacht abkühlt, entsteht das Problem.

Interessant: fährt man sofort eher bergauf, schaltet es schnell in den zweiten Gang. Umgekehrt gilt bergab, dass es ein paar Meter länger benötigt. Die Umdrehungszahl und die Belastung, die auf das Getriebe wirken, scheinen Einfluss zu haben. Die Außentemperatur hat auch Einfluss: ist es besonders warm, schaltet es eher hoch als wenn es kalt ist. Man kann also gut erkennen, dass hier die Geschwindigkeit der Ölverteilung der Schlüssel ist.

Das Problem entstand, als sämtliche Getriebe-Dichtungen, das Ölsieb, die Ölwanne, der Simmering, die Antriebswellendichtungen, die Wasserpumpe und weitere Kleinteile am Bus im Winter 2019/2020 erneuert worden sind.

Es zeigte sich, dass dies mit vielen Automatikgetrieben im T3 passiert, wenn man sie einmal öffnet. Schon blöd: man meint es gut, will dass der Bus nicht mehr tropft, und dann hat es diese Folgen. Das Reinigen der Reglerwelle (Blog-Teil eins) und das Beseitigen von Riefen in der Reglerwelle (Blog-Teil zwei) brachten noch nicht den Durchbruch.

Aber jetzt besteht die Hoffnung, mit neuen Maßnahmen den Schalt-Durchbruch zu erzielen:

  1. Zuerst wird das Öl korrekt abgelassen. 
  2. Dabei werden Ölsieb und Öldichtung noch einmal neu getauscht (diesmal originale Teile von VW Classic Parts beziehungsweise direkt von VW). Man vergisst leider immer wieder, dass man auch bei VW direkt noch Teile bekommen kann.
  3. Anschließend wird frisches ATF-Öl von Liqui Moly 1100 eingefüllt. Dies ist dünnflüssiger. Auch das VW Sieb zeigt sich ein wenig durchlässiger bezüglich der Wabenstruktur. 

Wie war das Ergebnis? Schau dir die unteren Kommentare zu den Fotos an. 

Hier noch eine Anmerkung: ich habe hierbei viel gelernt, vor allem dank der Informationen von Heiko Lösekann! Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen. Herzlichen Dank!

Auch ein herzliches Dank an meine Werkstatt Kasi in Lünen-Brambauer, die die Umsetzung erst möglich gemacht hat!


Das Öl muss korrekt entfernt werden. Insgesamt sind dies knapp 2,8 l. Der Halter vom Öleinfüllrohr muss entfernt werden. Dann wird es von der Ölwanne vorsichtig gelöst. Wie immer gilt, vorsichtig die Schrauben zu lösen und zu entfernen. Dann kann man die Ölwanne abschrauben. Wir haben das alte Öl aufgefangen, um zu schauen, ob wirklich knapp 2,8 l herauskommen.

Da geht noch was! Und tatsächlich: als das Blech vom Ölsieb gelöst wurde, kam noch ein bisschen Öl raus.

Hier hängt das Blech noch, in dem sich das Ölsieb und die Dichtung befinden. Beides kommt weg.

Großer Schreck! In dem Blech sind einige Rückstände. Kleine Kunststoffteilchen und noch mehr Dreck. Natürlich dachte ich sofort, dass dies Metallspäne wären. Aber vielleicht sind es auch nur Dreck und Rückstände, nachdem im Winter frisches Öl eingefüllt worden war. Das Getriebe läuft schließlich schon seit 36 Jahren ohne Geräusche.

Da hängt noch die Dichtung. Auch sie wird erneuert.

Neues Sieb und altes Sieb. 

Nach der Reinigung sind Ölwanne und das dort drin montierte Blech wieder sauber. In dem Blech kommt das neue Sieb und die neue Dichtung rein.

Neue Dichtung auf neuem Sieb.

Montage. 

Und wieder anschrauben. 

Jetzt kommt die Ölwanne wieder dran. Eine neue Dichtung habe ich ebenfalls bereitgestellt. Hier muss man sehr sauber und gründlich arbeiten, so dass alles gut abschließt. Alles muss gut abdichten.

Fertig! Jetzt muss allerdings noch frisches Öl rein.

Echt skurril: durch das schmale Röhrchen, in dem der Ölmessstab steckt, muss auch frisches Getriebeöl eingefüllt werden!

Beschwerlicher Zugang. Auch hier muss man ordentlich arbeiten.


Fazit:

Nach dieser ganzen Prozedur bin ich über 850 km gefahren. Sobald der Wagen warm ist, schaltet er einfach perfekt! Wie bei einem Neuwagen spürt man kein Schaltruckeln. Alles läuft butterweich. Insofern haben die Arbeiten echt noch was gebracht.✅✌️👏🔝🚌👌👍😄. 

Aber: im kalten Zustand benötigt der Bus immer noch ein paar Meter, bis er in den zweiten Gang schaltet. Je nach Wetterlage und Anstieg sind dies zwischen 50 und 500 m. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob sich dies noch gibt oder bleibt. Und wenn es bleibt, ob ich damit leben will oder zum nächsten Schritt gehen möchte bzw. muss (Schieberkasten ggf. tauschen?)

Fortsetzung folgt…

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